Spitzwegerich im Überblick.
Schleimstoffe, Aucubin, Catapol, Gerbstoffe, Emulsin, Bitterstoffe, Harz, Labenzym, Kieselsäure, Chlorophyll
junge Blätter
Mai bis September, die besten Heilmittel entstehen aus den um den 15. August gesammelten Blättern und Wurzeln
blutreinigend, heilend, kühlend, hustenlindernd, harntreibend, zusammenziehend, zerteilend
Breitwegerich-Urtinktur bis D3, 5 bis 10 Tropfen mehrmals täglich bei Zahnschmerzen, Neuralgien und Bettnässen. Bei Ohrenschmerzen Urtinktur ins Ohr träufeln.
Das Trocknen ist bei den Blättern nicht unbedingt zielführend, da sie während der ganzen Vegetationsperiode frisch zur Verfügung stehen. Wer es trotzdem tun will, schneidet die Blättchen in schmalen Streifen und schichtet sie locker auf Packpapier oder fädelt die Blätter auf eine Schnur und lässt sie so welcken. Das Sammelgut darf nicht schwarz werden. Im lichten Schatten trocknen lassen und in Papiersäckchen aufheben.
Anwendungen
Man verwendet Wegerich heute innerlich vor allem bei Bronchialverschleimung, insbesondere gegen Husten bei Kindern und zur Stärkung des Lungengewebes bei starken Rauchern, Lungenentzündung, Asthma oder Bronchitis. Wegerich ist aber auch wie kein zweites Kraut zur Blutreinigung, bei Ausschlägen, schwachem Magen und Magersucht geeignet. Wer sich das Rauchen abgewöhnen will, soll einmal probieren, täglich Tee oder frischen Spitzwegerichsaft zu trinken und zusätzlich homöopathisch zu behandeln. Wegerichsaft ist wegen des Aucubingehaltes antibiotisch und schimmelt nicht, was sich bei anderen frischen Pflanzensäften durchaus beobachten lösst. Der Presssaft ist enzymreich. Wer zu Bindegewebsschwäche neigt, wer unter Blutarmut leidet oder ständig mit diffusen Magenproblemen laboriert, sollte eine Kur damit versuchen. Saft ist natürlich auch bei Husten und Verschleimungen ein hilfreiches Mittel. Zur äußerlichen Anwendung werden frische Blätter zwischen den Händen zerrieben und aufgelegt, danach mit einer Binde fixiert, und zwar bei Verletzungen, blauen Flecken und offenen Wunden. Gegen starkes Kopfweh hilft frischer Wegerichsaft, den man auf ein Tuch träufelt und auflegt. Frischer Pflanzensaft wirkt dem unangenehmen Juckreiz nach einem Insektenstich entgegen, das gilt für Wespen- oder Bienenstiche genauso wir für einen Gelsenstich. Man reibt die Blätter zwischen den Händen, bis der Saft austritt, und legt den Pflanzenbrei auf die verletzten Stellen. Das verhindert auch Schwellungen und Prellungen. Breitwegerich und Mittelwegerich werden ebenso verwendet wie Spitzwegerich, haben aber der volksmedizinischen Tradition nach nicht ganz dessen große Kräfte. Sie haben aber besonders viele antibiotische Inhaltsstoffe, deshalb kann es nicht schaden, imm auch ein paar Breitwegerich-Blätter in einen Hustensirup oder Tee zu mischen. Klassisch verwendet man Breitwegerich äußerlich zur Behandlung schmerzender Füße, für Entzündungen am ganzen Körper, auch entzündete Brustwarzen. Breitwegerich hat Indikationen bei Zahnschmerzen, Kopfweh und Ohrenschmerzen. Wirkt für Dickdarm und Lunge sehr gut.
Rezepte mit dieser Pflanze
Heilöl:
1 Schraubglas mit frischem zerschnittenen Wegerichblättern zu 2/3 füllen. Mit einem kalt gepressten Sonnenblumen- oder Leinöl übergießen und 3 Wochen verschlossen in die Sonne stellen. Dann abfiltern. Dies ist ein hervorragendes und mildes Einreibemittel für Kinder mit Husten. Es gehört auf den Brust- und Rückenbereich bei Bronchitis, bei Raucherhusten oder anderen Lungenkrankheiten.
Hustensirup:
etwa 100 g frische Spitzwegerichblätter werden gewaschen, mit dem Wiegemesser zerkleinert und mit 1/2 l kochendem Wasser übergossen. 3 Zweige Thymian beifügen. 1 Std stehen lassen, dann durch einen Filter gießen und mit 1/2 kg Honig zu einem Sirup verkochen.
Wegerichsirup:
In einem Glasgefäß schichte man abwechselnd eine Lage angequetschte Spitzwegerichblätter und Honig. Um die Spitzwegerichblätter besser aufzuschließen, gibt man die ganze Menge auf ein Brett und rollt unter sanftem Druck mehrmals mit dem Nudelholz darüber, das ist am effektivsten. Die letzte Lage soll Honig sein. Den Topf gut verschließen und an einem gut bestrahlten Lieblingsplatz zur Gänze eingraben. Nach 2-3 Monaten wieder ausgraben. Den gewonnenen Saft abseihen. Kühl und dunkel lagern.
Spitzwegerichsaft:
Frische oder getrocknete Spitzwegerichblätter mit ein wenig Wasser im Mixer pürieren, aufkochen und mit viel Honig vermischen - ebenfalls ein Hustensaft.
„Eine Pflanze richtig kennenlernen heißt, Geduld mitzubringen.“
Ein guter Einstieg.
Du musst nicht alles auf einmal anwenden. Schon ein Tee, ein Aufstrich oder eine Salbe genügen, um Spitzwegerich im Alltag erlebbar zu machen.



