Rosskastanie im Überblick.
Glykoside, Ansulin, Flavonoide, Saponine (Aescin), Harz, Gerbstoffe, fette Öle, Bitterstoffe, Stärke, Magnesium, Cumarine
Blüten, Blätter, Früchte
Blüte im Mai bis Juni, Rinde März bis April, Früchte im Herbst
blutreinigend, blutstillend, hustenstillen, schmerzstillend, venenwirksam
Aexculu hippocatanum D1 bis D3: 2-mal täglich 5 Tropfen bei Unterschenkelgeschwüren und Hämorrhoiden, auch bei Leberschwellung, Gastritis und Prostataleiden
Früchte trocken in Schachteln oder Körben, Rinde (nach Trocknung im Schatten) in Leinenbeuteln lagern. Blüten und Blätter im Halbschatten auf Papier trocknen lassen und in Gläser oder Papierbeutel füllen.
Anwendungen
Rosskastanien besitzen venenstärkende Eigenschaften. Das Gemisch der Saponine, das schmerzstillende Aescin, reduziert die Neigung zu Krampfadern. Diese Krampfadern sind die Folge einer Bindegewebeschwäche und nicht nur unschön anzusehen, sondern auch gesundheitlich bedenklich. Sie zeigen nämlich, dass die Venenwände zu viel Flüssigkeiten in das umliegende Gewebe abgeben. Durch die Inhaltsstoffe der Kastanie bilden sich Ödeme und venöse Stauungen zurück, die "schweren" Beine, die auftreten, weil sich das Blut staut, werden zurückgedrängt. Nach etwa 2-wöchiger Anwendung hat man weniger Schwergefühl, die Schwellung kann zurückgehen. Tees aus Rinde, die von 2- bis 3-jährigen Ästen geschält wurde, 2-3 Tage hindurch getrunken, helfen bei Darmkatarrh und Verdauungsstörungen. Das Pulver aus den getrockneten Früchten unterstützt die Magen- und Darmschleimhäute, dafür ist ebenfalls das Saponingemisch Aescin verantwortlich. Man kann das fein zerriebene Pulver als eine Art Schnupftabak verwenden und hat so ein zusammenziehendes Mittel bei Nasenpolypen. Äußerlich ist es ein Waschmittel für durch harte Arbeit geschädigte Hände. 3 Tassen Kastanienblüten-Tee pro Tag haben positive Auswirkungen auf Erkältungskrankheiten, Durchfall, Keuchhusten, Neuralgien, Rheuma, zu starke Monatsblutung und sind entwässernd für das Gewebe. Eine Einreibung aus dem alkoholischen Auszug der Früchte fördert die Durchblutung, macht die Haut widerstandsfähiger gegen Sonne, nimmt Taubheitsgefühle aus den Gliedmaßen, lindert Gelenks- und Gliederschmerzen und ist revitalisierend. Bei Schmerzen in den Gelenken und Rheumaleiden kann nach der Alkoholeinreibung eine mit Kastanienöl erfolgen. Rindentinktur wird bei Hämorrhoiden, Frostbeulen, Magenkrämpfen, Ohnmachtsanfällen, Gicht, Rheumatismus, Bandscheibenleiden, Galle- und Milzleiden, Venenentzündungen und Krampfadern verwendet.
Rezepte mit dieser Pflanze
Rinden-Tee:
1 TL Rinde in 1/4 l kaltem Wasser zustellen, erhitzen und nach kurzer Ziehzeit abseihen. 1 Tasse bei Bedarf trinken.
Blüten-Tee:
1 TL Blüten wird mit 1/4 l kochendem Wasser übergossen und 10 Minuten ziehen gelassen. Als Badezusatz werden zerkleinerte Kastanienfrüche (1/2 kg) in 2 l siedendes Wasser gerührt, 1/2 Stunde ziehen gelassen und durch ein Sieb dem Badewasser zugefügt. Hilft bei Haut- und Haarproblemen, wie Schuppfen, Flechten etc. Das Fußbad reduziert die Fußschweißbildung und regeneriert müde und geschwollene Füsse.
„Pflanzen sprechen leise. Wer hinhört, lernt viel.“
Ein guter Einstieg.
Du musst nicht alles auf einmal anwenden. Schon ein Tee, ein Aufstrich oder eine Salbe genügen, um Rosskastanie im Alltag erlebbar zu machen.



