Fichte im Überblick.
Terpentinöl (Harz), ätherische Öle, Pinen, Picein, Limonen, Phellandren, Cadinen, Vitamin C, Gerbstoffe, Ameisensäure, Zucker
junge Triebe, Harztropfen
April bis Mai
durchblutend, hustenstillend, schleimlösend, entzündungshemmend, hautreizend, entschlackend
Die jungen Triebe werden ausschließlich frisch verarbeitet: als Spiritus und Hustensaft. Rinde und Harz werden im Halbschatten getrocknet und in Gläsern aufbewahrt
Anwendungen
Die Fichte ist ein wirksamer Naturstoff, um Husten zu behandeln und festsitzenden Schleim in der Lunge zu lösen. Innerlich nimmt man selten den Tee, häufig Fichtennadelsirup oder Fichtentinktur, dies desinfiziert und reinigt die Bronchien, mit einer Einschränkung: Bei Asthma oder Krampfhusten (Keuchhusten) können die Krämpfe erstärkt werden, denn das ätherische Öl regt die Sekretion für diese für diese Erkrankung fast zu stark an. Bei Entzündungen des Halses und eitrigen Atemwegserkrankungen ist Fichte ein gutes Mitel. Die ätherischen Öle sind über eine Inhalation, die Einreibung mit dem Fichtenspiritus oder ein Vollbad wirksam. Der Fichtenspiritus ist bei Durchblutungsstörungen und rheumatischen Erkrankungen ein altbekanntes Mittel. Ein starker Absud aus den Triebspitezzn oder auch Fichtennadeln ist als "Maiwipferlbad" bekannt und eine beliebte Zutat duftender, erfrischender Vollbäder, die die Atemwege reinigen und die Haut anregen. Ein Bad gehört auch zu den Hausmitteln bei Krampfadern und zur Nervenstärkung. Nach einem so wirkenden Vollbad ist 1 Stunde Bettruhe Plficht.
Fichtentee:
1 TL frische Sprossen mit 1/4 l Wasser aufkochen, abseihen und täglich 3 bis 4 Tassen trinken. Ist Erkältungsmittel und Blutreinigungskur, besonders bei Nieren und Blasenentzündung.
Fichtenspiritus:
1 weithalsiges Glas locker mit Fichtentrieben fülllen (auch junge Fichtennadeln sind möglich). Mit einem hochprozentigen Alkoho (60-70%) auffüllen. Etwa 3 Wochen an der Sonne stehen lassen, dann abseihen und in Flaschen füllen. Durch die Beigabe von weiteren rheumawirksamen Kräutern kann man die durchblutende Wirkung noch verstärken. Möglich sind Thymian (wenig), Wurmfarn, Brennnessel, Salbeiblätter, Heidekraut.
Rezepte mit dieser Pflanze
Fichtensirup:
2 Handvoll Fichtentriebe in 1/2 l Wasser aufkochen, 1/2 Stunde ziehen lassen. Durch ein Tuch gießen. Die Flüssigkeit mit 1/2 kg braunem Zucker verrühren. Wiederum erhitzen und so lange kochen, bis ein dickflüssiger Sirup entsteht. Abfüllen und beschriften.
Fichtensirup mit Honig:
Fichtentriebe in ein weithalsiges Glas füllen und mit Wasser übergießen. Das gesamte Pflanzenmaterial soll vom Wasser bedeckt sein. Das Glas verschließen und in die Sonne stellen. Mann kann bis zu 7 Tage, aber nicht kürzer als 3 Tage stehen lassen. Dann alles zusammen erhitzen und 1/4 Std kochen lassen. Durch ein Sieb gießen und die Flüssigkeit abmessen. Dieselbe Menge Honig (wie Flüssigkeit) einrühren. Es entsteht ein Sirup, der einen Winter lang hält.
„Die Natur arbeitet selten laut, aber immer präzise.“
Behutsam herantasten.
Pflanzen sind keine schnellen Lösungen. Sie sind Begleiter. Fichte entfaltet sich vor allem dann, wenn du Raum dafür schaffst.



