Johanniskraut.

Was ich an Johanniskraut sehr mag, ist die Klarheit, mit der diese Pflanze ihre Wirkung mitbringt.

17. Februar 2026

Johanniskraut

Johanniskraut im Überblick.

Wirkstoffe

Hypericin, Phytosterin, ätherisches Öl, Gerbstoffe, Rutin, Quercitin, Cholin, Flavonoide, roter Farbstoff (macht Hautzellenlichtempfindlicher)

Heilwirksame Pflanzenteile

das obere Drittel des blühenden Krautes

Für Sammlerinnen

Sommer

Wirkung

entzündungshemmend, nervenstärkend, blutverbessernd, beruhigend, schmerzlindernd

Verträglichkeit

Achtung photosensibel!! Bei Anwendung nicht sonnenbaden

Konservieren und Aufbewahren

Frische Blüten zu Öl verarbeiten. Kraut mitsamt den bereits geöffneten aber nicht verwelkten Blüten oberhalb der verholzten Stängel abschneiden, büscheln, kopfüber im Schatten trocknen, in Papier- oder Stoffsäckchen lagern.

Anwendungen

Johanniskraut ist das beste Heilkraut für ein angegriffenes Nervenkostüm, die heilige Hildegard von Bingen nennt es "die Arnika der Nerven". Bei bestehenden Schwangerschaften und dann, wenn man schwanger werden will, soll man es vermeiden, da es die Abstoßung des Embryos anregt. Die Blätter und Blütenknospen haben Öldrüsen und das enthaltene Öl heilt. Tee und Tinktur haben einen breiten Wirkungsgrad: Entzündliche und nervöse Erkrankungen, melancholische Zustände, Depression, Überanstrengung, Unruhezustände, Schwindel, Schlaganfall, Zittern der Gliedermaßen, nervöses Herz, Magenleiden, Magen-Darm und Unterleibskrämpfen, Blähungen, Bettnässen, Leberleiden und Gelbsucht. Als Nervenberuhigungs- und Antidepressionsmittel hat sich die Pflanze deshalb durchgesetzt, weil sie mehrere Überträgersubstanzen im Gehirn sanft stimuliert, ohne die Reaktionsfähigkeit des Körpers herabzusetzen. Im Winter beispielsweise, wenn durch fehlende Sonne weniger Serotonin zur Verfügung steht, kann der regelmäßige Teegenuss die Stimmungslage entscheidend verbessern. Johanniskrautöl hilft bei gichtigen, rheumatischen und Ischiasschmerzen, bei Seitenstechen u. Hexenschuss, bei Blasenentzündungen, Eierstockentzündungen, Gelenksentzündungen, Gürtelrose, Venenentzündungen und entzündeten Wunden macht man Kompressen mit dem Öl. Mit Johanniskrautöl kann man auch schmerzhaften Sonnenbrand behandeln. Vorsicht allerdings beim Gebrauch des Öls in der starken Sonne des Südesn und in Solarien. Lichtempfindlichkeit der Haut wird erhöht. Man bekommt also viel schneller einen Sonnenbrand. Auch Tee- oder Tinkturkonsum erhöhen, die Lichtempfindlichkeit. Im wissenschaftlichen Versuch wurde nachgewiesen - Johanniskraut-Anwendungen über einen längeren Zeitraum regen die Funktion der Leber an. Sie aktivieren den Stoffwechsel u. geben Sauerstoff an die Zellen ab. Die Ausscheidung körperfremden Substanzen wird derart gefördert, dass zB auch Medikamente, die eingenommen werden müssen, nicht mehr ausreichend ins Blut kommen. Wer also regelmäßig Johanniskraut konsumiert und gleichzeitig Arzneimittel (zB die Antibabypille) einnimmt, sollte sich vergewissern, ob das Medikament nicht über die Leber ausgeschwemmt wird.

Rezepte mit dieser Pflanze

Johanniskrautöl:
frisch gesammelte Blüten und Knospen werden etwas angequetscht und in ein weithalsiges Glas gegeben. So viel kalt gepresstes Olivenöl daraufgießen, bis die Blütenmasse zu schwimmen beginnt. 6-8 Wochen in die Sonne stellen und täglich schütteln. Wenn das Öl dunkelrot geworden ist, kann man es abseihen und in Flaschen füllen. Es muss kühl gelagert werden.
Johanniskraut-Tee:
2 TL Kraut werden mit 1/4 l kaltem Wasser angesetzt und erhitzt. Nach wenigen Minuten Ziehzeit seiht man ab und trinkt 3 Tassen täglich. Johanniskrautöl hat, innerlich angewandt, viele Tugenden. Es verringert Schmerzen bie Brandwunden und Koliken, ist ein gutes Nervenmitttel, besonders bei klimakterischen Depressionen und hormonellen Störungen. Man nehme 2-3 EL am Tag lauwarm zu sich.

„Die Natur arbeitet selten laut, aber immer präzise.“

Behutsam herantasten.

Pflanzen sind keine schnellen Lösungen. Sie sind Begleiter. Johanniskraut entfaltet sich vor allem dann, wenn du Raum dafür schaffst.