Meisterwurz im Überblick.
Terpene, Cumarinderivate, Fette, Öle, ätherische Öle, Harze, Gerbstoffe
Blätter, Wurzel
Blätter vor der Blüte, Wurzel im Frühjahr oder Herbst
magenwirksam, beruhigend, schmerzstillend, harn- und schweißtreibend, appetit- und menstruationsfördernd, potenzstärkend, milchfördernd, hautreinigend, krebshemmend, blutdrucksenkend
Imperatoria ostruthium aus der frischen Wurzel wird bei infektiösen Erkrankungen, zur Harntreibung und bei Entzündungen der Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes nach Infektionen oder Reizung gegeben. Peucedanum officinale ab D3 als Magenmittel. Der ähnliche Berg-Haarstrang oder schwarze Hirschwurz wird ähnlich gebraucht.
Die Wurzeln werden von Erde befreit, Seitenwurzeln werden entfernt, es wird in Stücke geteilt und in der Sonne getrocknet. Die starken Wurzeln riechen nach Sellerie (etwas wie Engelwurz). Das Sammelgut in verschlossenen Gefäßen aufbewahren.
Anwendungen
In der Volksmedizin der Bergbewohner hat sich die Hochachtung erhalten, in den Städten kennt kaum noch jemand die Königin der Bergpflanzen. Sie ist das Magen-, Leber- und Gallenmittel schlechthin und funktioniert die Leber, dann geht es auch dem restlichen Körper gut. So ist auch ihr Einsatz in Infektionszeiten zu verstehen. Im Mittelalter schützte man sich mit ihrer Hilfe gegen die Pest und andere Seuchen, heute gegen Grippeviren und Bakterien. Ist es zur Ansteckung gekommen, zu Schnupfen oder einem Katarrh, dann ist der Tee ein zuverlässiges Mittel, er unterstützt die Heilung. Heute gilt Meisterwurz als ein mögliches Vorbeugungsmittel bei Heuschnupfen , denn sie verbessert zwar die Abwehrkräfte, reduziert aber die Überempfindlichkeit auf ein normales Maß, vor allem, weil durch ihre Wirken der Körper dafür sorgt, dass auch die Schleimhäute gesunden, über die Pollen und andere allergieauslösende Stoffe in den Körper eindringen. Die Essenz aus der frischen Wurzel hilft bei Asthmaleiden, erhöhtem Blutdruck, Schlaganfall, Fieber, Gliederlähmungen, Harnverhalten, Würmern und bei zu hohem Cholesterinspiegel. Meisterwurz-Tinktur vertreiben Altersbeschwerden wie Schwerhörigkeit und zögern die Beschwerden bei zu früh einsetzenden Wechseljahren hinaus. Die Wurzel, in Wasser oder Wein stark gekocht, hilft bei Vergiftungen, da der gehaltvolle Sud, sehr schnell und in größerer Menge getrunken, den Brechreiz fördert und so den Magen entleert. Äußerlich ist die Meisterwurz-Tinktur bei Zahnfleischbluten ein gutes Mittel, man tupft sie auf die betroffenen Stellen. Ein Wurzelbrei (gepulverte Wurzel mit warmen Wasser) zieht Eiter aus Wunden, Geschwüren und Abszessen und ist bei einer drohenden Blutvergiftung ein Erste-Hilfe-Mittel. Hat man geschwollene Halsdrüsen, so ist ein Umschlag damit empfehlenswert.
Rezepte mit dieser Pflanze
Meisterwurz-Tee:
1 TL getrocknete Wurzel mit 1/4 l Wasser übergießen, zum Sieden erhitzen und etwas ziehen lassen. Abseihen und in Heuschnupfen- oder Ansteckungszeiten 3 Tassen täglich trinken.
Für die Gesundheit der Leber- und Galle eine 3-wöchige Kur durchführen.
„Heilkräuter sind kleine Lehrerinnen des Alltags.“
Ein guter Einstieg.
Du musst nicht alles auf einmal anwenden. Schon ein Tee, ein Aufstrich oder eine Salbe genügen, um Meisterwurz im Alltag erlebbar zu machen.



